Die Chronik des Musikverein Boos e.V.
Die Tradition der Musikkapelle Boos besteht nachweislich seit
1847.
Aus alten Überlieferungen ist bekannt, daß bereits im Jahr 1847 in Boos eine Blasmusik bestanden hat. Aus dieser Zeit wird berichtet, daß die vier Musiker:
Josef Bihlmayer, Josef Martin (Hausname Bergwanger), Xaver Heinz und Josef Hörmann
3 mal wöchentlich an Musikproben in Ebersbach bei Oberbünzburg teilgenommen haben.
Die Wegstrecke (hin und zurück ca. 60 km) wurde immer zu Fuß,
teilweise sogar barfuß zurückgelegt. Eine Vergütung irgendeiner Art haben diese vier Musiker nicht erhalten.
Jedoch wird angenommen, dass in Boos schon
früher eine Musikkapelle exisitiert haben muss, denn in einer Urkunde des Fuggermuseums Babenhausen aus dem Jahr 1758
wird erwähnt, daß anläßlich der Hochzeit eines Grafen Fugger zu Boos eine Musik und Chorgemeinschaft Boos im Schloßhof eine Oper aufführte.
Desweiteren geht aus Urkunden vom 1. November des Jahres 1815
hervor, daß Graf Anselm Maria Fugger, Fürst zu Babenhausen den Lehrer Franz Xaver Zittler auf Grund seiner wissenschaftlichen und musikalischen Fähigkeiten mit dem Schuldienst in Boos beauftragte.
Es wird berichtet, daß die Musikkapelle in der Zeit
1860 bis 1875
wiederholt in Ulm auftreten mußte. Der Weg dorthin und zurück erfolgte ebenfalls zu Fuß. Die Musiker wurden in Goldmark entlohnt. Der gute Ruf eines vorzüglichen Klangkörpers kam auch durch Auftritte bei versch. Anlässen in Krumbach, Babenhausen, Sontheim, beim Memminger Jahrmarkt, usw. zum Ausdruck.
Die Kapelle wurde von 1847 - 1875 von Josef Hörmann geleitet.
Danach übernahm A. Längst (Schmiedemeister) die Leitung.
Im Jahr 1890
wird die Musikkapelle unter ihrem neuen Dirigenten Michael Bertelmann erwähnt. Dieser leitete die Kapelle bis 1918. Herr Josef Blum erinnert sich im Protokoll vom 26.9.1977, das für die Unterlagen zur Verleihung der Pro Musica Plakette erstellt
wurde, an Dirigent Bertelmann als sehr agilen und strengen Musikmeister.
Die Kapelle trat vor dem ersten Weltkrieg bei Musikfesten zum Beispiel in Krumbach, Osterberg und Memmingen auf. Während des Krieges übernahmen
Viktorian Gundwolf und Johann Ruf ersatzweise die Leitung der immer kleiner werdenden Kapelle.
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Gleich nach dem Ende des 1. Weltkrieges begann unter dem neuen Dirigenten
Anton Haller eine rege Probenarbeit. Schon bald folgten eine Vielzahl von Auftritten bei Hochzeiten, Prozessionen, Waldfesten und Biergärten, Jahrmarktstänzen und Fasnachtsvergnügen, Vereinsfeiern oder Ständchen.
Anläßlich des 110jährigen Jubiläums des Musikvereins Krumbach im Jahr 1927 nahm die Musikkapelle erfolgreich am Wertungsspiel teil, wie aus der ältesten noch erhaltenen Urkunde zu entnehmen ist.
Ab dem Jahre 1930
hat Josef Blum als Dirigent die Kapelle geleitet und neue Zöglinge
ausgebildet. Bis zum erneuten Kriegsausbruch war die Kapelle im Besatz der Instrumente gut versorgt und auf einem bekannt guten Zustand.
Bedingt durch die Kriegswirren sind leider auch viele Unterlagen aus dieser Zeit verloren
gegangen.
Während der Jahre 1942 bis 1952 ruhte die Blasmusiktätigkeit ganz, bis Herr Georg Obermaier, ein Neubürger aus dem Sudetenland, mit seinen Landsleuten Alois Lessmann, Alfred Hegen,
Josef Wirth sen., Josef Wirth jun., Josef Höller sen. und Josef Höller jun. und etwa zwölf
jungen Booser nach langer Vorbereitung u. Probenarbeit mit einer neuformierten Musikkapelle an die Öffentlichkeit treten konnte.
Die Gemeinde Boos unterstützte die Kapelle mit großzügigen Zuschüssen zum Kauf neuer Instrumente.
In der nun sehr erfolgreichen Zeit nahm die Kapelle an vielen Veranstaltungen in und außerhalb der Gemeinde teil. 1960 konnte erstmals beim Wertungsspiel während des Musikfestes in Kirchhaslach
mit der Ouvertüre “Orpheus in der Unterwelt” ein stolzer 1. Preis in der Oberstufe erreicht werden.
Im März 1961 übernahm Georg Blum die Führung der Musikkapelle. Erstmals erhielten nun die
Musiker, mit finanzieller Unterstützung vieler Gönner und der Gemeinde eine bodenständige schwäbische Tracht.
Am 27. u. 28. Juli 1963 wurde anläßlich des 115jährigen
Bestehens ein großes Musikfest gefeiert.
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Durch Wegzug und Abgang aus Alters- und sonstigen Gründen war die Ausbildung von
Nachwuchsmusikern dringend notwendig geworden.
1972 begann Siegfried Heiligmann mit der kostenlosen Ausbildung von 18 Jugendlichen. Erstmals in der Vereinsgeschichte waren auch Mädchen dabei.
1973
traten die Jungmusiker nach langer intensiver Probenarbeit erstmals bei einem Konzert zur Weihnachtszeit im Urban - Saal öffentlich auf.
Nachdem Georg Blum im Sommer 1975
den Dirigentenstab niederlegte übernahm Siegfried Heiligmann die Leitung.
Danach wurden 17 Zöglinge in die bestehende Kapelle integriert.